Mit der Einreichung der geplanten Sanierungsphase beim Land als zuständiger ALSAG-Behörde im April 2026 wurde der entscheidende Schritt zur langfristigen Sicherung der Altlast S23 „Feuerlöschübungsgelände“ am Flughafen Salzburg gesetzt. Ziel der Phase 2 ist es, die Auswaschung von PFAS aus dem verunreinigten Untergrund in das Grundwasser dauerhaft zu unterbinden.
Im Zentrum der geplanten Maßnahme steht die Errichtung einer U-förmigen Lenkwand im Schmalwandverfahren, welche eine Fläche von rund 19.000 m² aufweist. Diese technische Barriere umschließt die belastete Zone und leitet den gesamten Grundwasserstrom um die ausgewiesene PFAS-Altlast, wodurch eine Durchströmung und Auswaschung von PFAS aus dem belasteten Bodenkörper dauerhaft verhindert wird.
Ergänzend wird die Geländeoberfläche der ausgewiesenen PFAS-Altlast mit einer 2,5 mm starken PEHD-Dichtungsfolie abgedichtet, um eine zusätzliche Mobilisierung von PFAS durch versickerndes Niederschlagswasser zu unterbinden. Hier soll oberflächennah kontaminiertes Erdmaterial entfernt und geordnet entsorgt werden.
Innerhalb der Lenkwand soll eine hydraulische Sicherung des Grundwassers erfolgen. Es soll durch 12 Brunnen Grundwasser gepumpt und über eine Grundwasserreinigungsanlage geführt werden. Das gereinigte Grundwasser wird anschließend über eine Versickerungskünette außerhalb der ausgewiesenen Altlast kontrolliert wieder dem Grundwasserkörper zugeführt. Für die innerhalb der Lenkwand anfallenden Niederschlagswässer wird eine zusätzliche Versickerungsanlage errichtet.
Die nunmehr herangezogene Sanierungsmethode zur Sicherung der Altlast wurde auf Basis einer fundierten Variantenuntersuchung aus dem Jahr 2022 gemeinsam mit dem Umweltbundesamt als beste Ausführungsvariante beurteilt. Aus heutiger Sicht stellt Phase 2 die Sicherung der Altlast dar. Die hydraulische Sicherung bleibt auch nach Abschluss der Baumaßnahmen, genauso wie der Betrieb der Grundwasserreinigungsanlage – voraussichtlich über Jahrzehnte – dauerhaft bestehen, ebenso wie die genannte Lenkwand und die Oberflächenabdichtung. Zudem soll auch das Monitoring zur Eruierung der PFAS-Konzentrationen im Grundwasserstrom weiterhin betrieben werden. Durch den Betrieb dieser Maßnahmen soll ein weiterer Eintrag von PFAS-Konzentrationen ins Grundwasser verhindert werden. Dadurch erfolgt eine sukzessive Verringerung der PFAS-Konzentrationen im Grundwasser. Dementsprechend wird der Betrieb der hydraulischen Haltung und der Grundwasserreinigungsanlage über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten bleiben. Die Reduktion erfolgt nur sehr langsam, daher ist von einem jahrzehntelangen Betrieb auszugehen.
Die bisherigen Betriebserfahrungen aus Phase 1 sind direkt in die Planung der neu-en Grundwasserreinigungsanlage eingeflossen: Da der Grundwasserkörper im östlichen Flughafenareal aus hydrochemischer Sicht eine ungünstige Beschaffenheit mit erhöhten Eisen- und Mangankonzentrationen aufweist, liegt ein besonderer Planungsschwerpunkt auf der Rohwasseraufbereitung – mit Enteisenung, Entmanganung und Sauerstoffanreicherung des geförderten Grundwassers – als Vorstufe zur eigentlichen PFAS-Ausreinigung über Aktivkohlefilter.
Voraussichtlich beginnen im Sommer 2027 die Vorerkundungen zur Durchführung der baulichen Maßnahmen in Form von Erkundungsbohrungen entlang der geplanten Lenkwandtrasse. Die Hauptbaumaßnahme soll jeweils in den Sommermonaten (April bis Oktober) der Jahre 2028 und 2029 umgesetzt werden: 2028 ist die Errichtung der Lenkwand, 2029 die Oberflächenabdichtung geplant. Der Abschluss der Baumaßnahmen ist für 2030 geplant.
Dieser Zeitplan steht unter dem Vorbehalt, dass die erforderlichen Genehmigungen wie vorgesehen erteilt werden. Eine der größten Herausforderungen bleibt zudem, dass es in Österreich nach wie vor keinen gesicherten Entsorgungspfad für PFAS-belastetes Material gibt: Die notwendige Novelle der Deponieverordnung mit verbindlichen Grenzwerten für PFAS-haltiges Erdreich steht weiterhin aus, wodurch auch die vorgesehene Entsorgung von belastetem Aushubmaterial derzeit nicht möglich ist.
Wie bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung zu erwarten, wird es insbesondere während der Hauptbaumaßnahme zu Lärm- und Erschütterungsauswirkungen kommen – vor allem im Zusammenhang mit der Errichtung der Lenkwand 2028 und der Oberflächenabdichtung 2029. Sämtliche Baumaßnahmen werden daher durchgehend von Expertinnen und Experten aus den Bereichen Umweltmedizin, Lärm- und Erschütterungsschutz begleitet und überwacht.
Vor Baubeginn werden die Anrainerinnen und Anrainer entsprechend informiert, zudem erfolgen an umliegenden Gebäuden Beweissicherungsmaßnahmen. Während der gesamten Bauphase wird eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet, begleitet von einer umfassenden Dokumentation sowie einem kontinuierlichen Lärm- und Erschütterungsmonitoring. Sobald der konkrete Zeitplan feststeht, wird rechtzeitig und im Detail darüber informiert.
Auch nach Fertigstellung der Phase 2 wird in Abstimmung mit den Behörden ein fort-laufendes Grundwassermonitoring im relevanten Abstrombereich durchgeführt. Die Grundwasserreinigungsanlage wird voraussichtlich über Jahrzehnte dauerhaft weiterbetrieben, um ein Ausströmen von PFAS in den Grundwasserkörper langfristig zu unterbinden. Der Flughafen Salzburg wird über den weiteren Verlauf regelmäßig auf der Website informieren.