Bei dieser technischen Maßnahme wird ein hydraulischer Sicherungsschirm errichtet. Dazu wurden Grundwasserbrunnen im belasteten Bereich des Flughafengeländes errichtet, um das belastete Grundwasser an die Oberfläche zu pumpen und in Reinigungsanlagen von PFAS-haltigen Substanzen zu befreien. Nach dem Reinigungsvorgang wird das saubere Wasser wieder über sogenannte Schluckbrunnen dem Grundwasserkörper zugeführt.
Die Anlage zur hydraulischen Sicherung (Phase 1) wurde bereits errichtet und ist seit Jänner 2024 in Vollbetrieb.
Das ist zum heutigen Zeitpunkt nicht zu beantworten. Im Grundwasser-Abstrom des Flughafens werden Proben gezogen, um den PFAS-Gehalt im Grundwasser genau zu beobachten. Sobald sich hier deutliche quantitative Verbesserungen zeigen, kann man eine zeitliche Einordnung abschätzen. Nachdem das Grundwasser allerdings ein sehr träges Strömungsverhalten hat, wird das mit Sicherheit mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Die Anlage beansprucht eine Fläche von 8,5 x 30 Metern, die aufgestellten Türme (Silos) weisen eine Höhe von 10 Metern auf.
Die Reinigungswirkung der Grundwasserreinigungsanlage wird montalich mittels Probenahmen an mehreren Stellen überprüft, zusätzlich werden auf Basis von Vorgaben der Behörde bis zu 40 Messstellen regelmäßig beprobt und chemisch analysiert. Der untersuchte Bereich umfasst alle belasteten Grundwasserbereiche innerhalb und außerhalb des Flughafens. Die Beprobungen und Analysen erfolgen durch einen unabhängigen Dritten. Die Reinigungswirkung der Grundwasserreinigungsanalge ist hervorragend, die seitens der Behörde vorgegebenen Grenzwerte werden erheblich unterschritten.
Ziel und Zweck der technischen Sanierungsphase 1 ist die bestmögliche Unterbindung weiterer Schadstoffeinträge in das Grundwasser. Nachdem sich das Grundwasser allerdings nur sehr langsam bewegt, wird die Reinigungsleistung der Phase 1 erst Schritt für Schritt messbar sein. Nach 2 Jahren Anlagenbetrieb zeigen sich im direkten Nahbereich der Grundwasserbrunnen für die PFAS-Waschanlage erste Verbesserungen.
Die Errichtung der Brunnen und der Grundwasserreinigungsanlage inklusive eines 2-jährigen Betriebs betrug rd. € 1,43 Mio €zuzüglich Kosten für Planungen und Grundwasserbeweissicherung.[MV2.1] Die jährlichen Betriebskosten liegen bei ca. EUR 350.000.- bis EUR 400.000.-
Die bestehende Anlage wird auf Basis der vergrößerten Altlast sowie den Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb neu gedacht und technisch optimiert.
Für die Altlastensanierungsförderung hat der Flughafen eine Variantenstudie mit möglichen Sanierungsmaßnahmen vorgelegt. Die von Experten und Expertinnen als Bestvariante erkannte Sanierungsmaßnahme ist die Einkapselung der betroffenen Bodenbereiche mit entsprechenden Begleitmaßnahmen. Damit wird ein Abfließen von betroffenem Grundwasser dauerhaft verhindert. Die Phase 2 wird auf die Vorarbeiten der Phase 1 aufbauen.
Ende August 2018 wurde der Flughafen vom Land Salzburg darüber informiert, dass im Rahmen des Sondermessprogrammes „Spurenstoffe im Grundwasser“ (2018 im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus) im Grundwasser-Abstrom des Flughafens erhöhte PFAS-Werte festgestellt wurden.
PFAS ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, auch bekannt unter der älteren Bezeichnung PFC. PFAS gehören zu den organischen Fluorverbindungen und wurden bzw. werden aufgrund ihrer technischen Eigenschaften in zahlreichen Verbrauchsprodukten (siehe unten) bis hin zu in Feuerlöschmittel (seit Herbst 2018 werden am Flughafen neue - fluorfreie - Löschmittel verwendet) eingesetzt.
PFAS kommen u.a. vor in wasser-und schmutzabweisende Textilien (z.B. Outdoor-Kleidung, etc.), Imprägnierungen (für Schuhe, Leder etc.), „Wash-Ins“ (Zusätze zur Imprägnierungen in der Waschmaschine), Teppichreiniger, Verpackungsmaterial von Lebensmitteln (Lebensmittelkontaktmaterialien), antihaftbeschichtete Pfannen und Kuchenformen, Einweggeschirr, Oberflächenpflegemittel (für Stein, Holz etc.), Ski-Wachse, Farben, Lacke, Poliermittel, Kosmetika (Make-up, Lippenstifte etc.) und in vielen weiteren Gegenständen des Bedarf.
Nach heutigem Wissensstand wurden PFAS-haltige Löschschäume ab den 1960er-Jahren bis zum Herbst 2018 verwendet. Dabei handelte es sich ausschließlich um Löschmittel mit geringen Löschschaum-Mengen. Tatsächliche Feuerlöscheinsätze mit diesen Mitteln fanden nicht statt. Der Flughafen agierte zu jeder Zeit rechtskonform, alle geltenden Vorschriften und Auflagen wurden stets eingehalten. Löschübungen an Flughäfen waren und sind international vorgeschrieben. Nach Kenntnis der Ergebnisse der Grundwasseruntersuchung im Herbst 2018 wurde der alte PFAS-haltige Löschschaum sofort durch einen neuen Löschschaum mit deutlich geringeren Zusatzmitteln ersetzt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Löschmittelproben und Löschübungen mit Schaum werden nicht mehr am Flughafengelände durchgeführt, sondern bei einem befugten Entsorgungsunternehmen.
Seit 2023 gelten in der EU Grenzwerte für PFAS-Höchstgehalte in diversen Lebensmittel (Eier, Fische/Fischereierzeugnisse, Muscheln, Krebstiere, Fleisch, Wild sowie Innereien). Seit Anfang 2026 gilt ein Trinkwasser-Grenzwert für die Summe der PFAS von 0,1 µg/l. Die Sanierungsbemühungen am Airport orientieren sich an der Einhaltung dieses künftigen Grenzwertes.
2018 wurde ein Team von internen und externen Fachleuten gebildet, um möglicherweise betroffene Grundwassernutzungen zu erheben. In Zusammenarbeit mit den Behörden und dem Umweltbundesamt wurde ein weitreichendes Grundwasser Monitoringsystem aufgebaut und sehr umfangreiche Bodenuntersuchungen zur exakten Lokalisierung und Abgrenzung der Altlast durchgeführt. Als Erstmaßnahme wurde im Jänner 2024 eine hydraulische Sicherung mit Grundwasserreinigungsanlage in Betrieb genommen. Derzeit laufen intensive Planungsarbeiten zur langfristigen Sicherung der Altlast.
Die Evaluierung ist äußerst komplex, schreitet aber sehr rasch voran. Vorrangiges Ziel des Flughafens ist es, für alle Beteiligten möglichst rasch Klarheit zu erlangen, wie die Sanierung der Altlasten bestmöglich gelöst werden kann. Sämtliche Bereiche wo Löschschaum genutzt wurde (geht bis in die 1960er Jahre zurück) werden genauestens untersucht. Anhand des Grundwasserstromes wird die PFAS-Ausbreitung im Anschluss beurteilt.
Die Altlast konnte mittlerweile durch weitere, umfangreiche Bodenuntersuchungen abgegrenzt werden. Diese ist erheblich größer als ursprünglich angenommen und ist unter folgendem Link einsehbar: LINK zum Umweltbundesamt Altlasten GIS
Davon wird derzeit nicht ausgegangen. Sämtliche Untersuchungsergebnisse im Rahmen des Umweltmonitorings des Landes Salzburg sind unter https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Seiten/umweltmonitoring.aspx abzurufen.
Bei den Fischproben zeigten die Analysen stellenweise eine Überschreitung der Grenzwerte um ein Vielfaches. Es wurde und wird weiterhin ärztlich empfohlen, den Verzehr von Fischen aus den betroffenen Gewässern zu reduzieren. Nähere Informationen finden Sie unter https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Seiten/umweltmonitoring.aspx
Jeder Betreiber (bzw. Nutzer und Nutzerinnen) eines Grundwasserbrunnens kann sich an die Behörde bzw. den Flughafen wenden, um abzuklären, ob seine Grundwassernutzung betroffen ist.
Diese ergänzenden Untersuchungen wurden vom Land Salzburg (Abteilung 5) durchgeführt. Nähere Ergebnisse dazu liegen unter https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Seiten/umweltmonitoring.aspx vor.
Ja. Selbst wenn Obst und Gemüse mit Grundwasser gegossen werden, ist basierend auf den bisher vorliegenden Analyseergebnissen einzelner Obst- und Gemüseproben davon auszugehen, dass keine Gesundheitsbedenklichkeit durch den Verzehr dieser Produkte gegeben ist.
Die Anlage zur hydraulischen Sicherung (Phase 1) wurde bereits errichtet, sie befindet sich seit Jänner 2024 in Betrieb. Die Altlast konnte mittlerweile durch weitere, umfangreiche Bodenuntersuchungen abgegrenzt werden. Diese ist erheblich größer als ursprünglich angenommen und ist hier einsehbar. Derzeit laufen intensive Planungsarbeiten zur langfristigen Sicherung der Altlast.
Die Dauer der Altlastensanierung hängt von den vorgeschlagenen Maßnahmen der Experten bzw. generell von den technischen Möglichkeiten ab. Sobald ein Zeitrahmen abschätzbar ist, wird dieser umgehend kommuniziert und in den FAQs angeführt.
Ja, PFAS-Einträge am Flughafen Salzburg sind Altlasten, die in den 1960er Jahren ihren Anfang hatten. Der betroffene Teil des Flughafens wurde gemäß Altlastenverordnung als Altlast der Priorität 1 ausgewiesen. Es wurden und werden (weitere) Maßnahmen definiert, die für die Sanierung der festgestellten Bereiche nötig sind. Diese Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem Land Salzburg und dem Umweltbundesamt.
Als Erstmaßnahme wird dort, wo Löschschaum am Flughafengelände verwendet wurde und es zur Verunreinigung des Grundwassers gekommen ist, eine hydraulische Sicherung durchgeführt.
Sobald ein endgültiger Zeitplan samt Detailplanung zu den technischen Maßnahmen vorliegt, wird die Öffentlichkeit informiert. Eine enge Abstimmung mit den Behörden ist für den finalen Sanierungsplan nötig.
Von Seiten des Flughafens arbeitet an der Thematik ein ausgewiesenes Expertenteam, welches in engem Austausch mit den Behörden und dem österreichischen Umweltbundesamt steht. Bei offenen Fragen oder Informationsbedarf können Anfragen an folgende Adresse gerichtet werden: LJk0oTSmqTIhp2ShnJIlqJ5aDUAuoUcvqKWaYJScpaOipaDhLKD=
Von Seiten des Flughafens arbeitet an der Thematik ein ausgewiesenes Expertenteam, welches in engem Austausch mit dem Land und dem Umweltbundesamt steht. Bei offenen Fragen oder Informationsbedarf kann man sich jederzeit an den Flughafen wenden, der seine Experten damit befassen wird.