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Flughafen führt Ediktal-Verfahren für Grünstreifen durch

Für jede noch so kleine Änderung einer Fläche müssen in Österreich auch rechtliche Verfahren durchgeführt werden. Um zwei kleine Grünstreifen nördlich des Catering-Gebäudes 1 - dieses liegt im Westen des Flughafenareals an der Einfahrt das Parkplatzes 3 neben dem Airporthotel Gappmaier - in die Zivilflugplatzgrenzen miteinzubeziehen, muss der Flughafen ein Ediktalverfahren durchführen. 

In diesem Verfahren geht es darum, eine Teilfläche im Ausmaß von 1.382 m² (Erdwall) in die Flughafengrenzen zu integrieren. Dabei wird aber keine bauliche Veränderung am Objekt-Bestand des Gebäudes vorgenommen! Warum soll diese Änderung vorgenommen werden? In diesem Areal befindet sich auch die Übergabestelle des Caterings, das an Bord der Flugzeuge gebracht wird. Direkt an dieser Übergabestelle am Catering-Gebäude werden mit großen Spezialfahrzeugen Speisen, Getränke und Duty-Free-Produkte für die Flieger abgeholt. Mit dem Ediktalverfahren wird eine Verbesserung der verkehrlichen Erschließung des Areals inkl. der Übergabestelle für die Catering-Fahrzeuge erreicht. Die Rangierfläche sowohl für die Spezialfahrzeuge als auch für den Zulieferverkehr kann damit optimiert werden. Zusätzlich wird für die Mitarbeiter, die im Catering-Gebäude tätig sind, ein Parkplatz mit 24 Stellplätzen (1.704 m²) ermöglicht. 

Wichtig ist, dass diese Maßnahme ausschließlich zur Optimierung der verkehrlichen Erschließung des Areals dient, das Gebäude bleibt einschließlich seiner Nutzung unangetastet! Das Catering-Gebäude 1 wurde nach seiner Errichtung bereits 1996 genehmigt und dient seit seiner Öffnung als Produktionsstätte von Speisen und Vorbereitungsort für Getränke- und Duty Free Wägen (in sogenannten Flugzeugtrolleys vorbereitet). Direkt an der Rampe des Gebäudes übernehmen dann die Cateringfahrzeuge die vorbereiteten Waren und liefern diese beim Flughafentor 3 direkt über das Flughafenvorfeld an die parkenden Flugzeuge. Im Rahmen der Arealadaptierung wird auch ein Erdwall zur lärmtechnischen Abschirmung errichtet. 

Das Projekt des Ediktalverfahrens wird nicht nur auf der Homepage des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie eingestellt und in den Printmedien veröffentlicht, jede/r interessierte Bürger/in kann den Antrag und die Antragsunterlagen in der Stadtgemeinde Salzburg (Schloss Mirabell, 5010 Salzburg), der Stadtgemeinde Hallein (Schöndorferplatz 14, 5400 Hallein), der Ortsgemeinde Anif (Anifer Straße 10, 5081 Anif), der Ortsgemeinde Bergheim (Dorfstraße 39a, 5101 Bergheim), der Marktgemeinde Grödig (Dr.-Richard-Hartmann-Str. 3, 5082 Grödig), der Ortsgemeinde Großgmain (Salzburger Straße 220, 5084 Großgmain) und der Ortsgemeinde Wals-Siezenheim (Hauptstraße 17, 5071 Wals-Siezenheim) einsehen. 

Übrigens wurde das Projekt lärm-, luftreinhalte- und luftfahrttechnisch positiv beurteilt. So hat etwa das schalltechnische Projekt ergeben, dass selbst unter der Annahme eines maximalen Betriebsaufkommens die Bestandssituation unverändert bleibt und die Maßnahmen im Ediktalverfahren für die Veränderung der Umgebungssituation als irrelevant eingestuft werden. Einen ähnlichen Befund weist die luftreinhaltetechnische Beurteilung auf. Auch hier kommen die Experten zu der Erkenntnis, dass die entstehende Immissionszusatzbelastungen als irrelevant zu klassifizieren sind. Eine verkehrssteigernde Auswirkung (weder in der Luft noch am Boden) auf den Standort sind nicht zu erwarten. 

Bereits im Oktober 2019 – also lange vor der Corona-Krise – wurde das Projekt beim Verkehrsministerium als zuständige Luftfahrtbehörde eingereicht und nach der Einholung von Gutachten und Stellungnahmen erfolgt nun die öffentliche Auflage. Nochmals die Eckdaten zusammengefasst: Beide Grünstreigen im beantragten Ediktalverfahren haben ein Ausmaß von 1.704 m² (Teilfläche 1: neue Verkehrsfläche) und 1.382 m² (Teilfläche 2: bestehender Schutz-Erdwall). Für den Flughafen ist damit einfach zwingend eine formelle Erweiterung der Zivilflugplatzfläche erforderlich.
 

Generalsanierung Piste 2019

Zeitablauf 24.4. bis 28.4.2019

Am 24.04.2019 um 00:01 Uhr wird die alte Betonpiste für den Flugzeugverkehr gesperrt, gleichzeitig werden die Vorbereitungen für die Baustelle wie Einrichtung der Baustellenzufahrt und Baustellenabfahrt, Bauzaun, Baucontainern, etc. an der Piste (2850m Länge, 45m Breite) erfolgen. In der Morgendämmerung desselben Tages erfolgen die ersten Schnitte (30cm dicke Betondecke wird mittels Fallbeil „zerschnitten“. Folge: kontrollierte Rissbildungen für eine spannungsfreie Beton-Trageschicht) in die alte Betondecke. Gleichzeitig werden auch die alten Pistenbefeuerungen und Technik demontiert. Diese Arbeiten werden bis zum 28.04.2019 andauern.

Eine der letzten Verhandlungen am Salzburg Airport betraf die Verkehrsregelungen im Rahmen der Pisten-Generalsanierung des Baustellenverkehrs. Die Ergebnisse der Planungsprofis liegt jetzt vor.
Die allgemeinen Anlieferungstransporte (Rohre, Fertigteile, etc.) finden ab Anfang April statt, Erdbautransporte wie Schottermaterial werden ab der Karwoche geliefert. Diverse Baustellenan- und abtransporte starten mit dem Beginn der Pistensperre am 25.4. 2019 (6:00 Uhr).

Umfangreiche Mischguttransporte (sprich der Asphalt) wird es vom 28.4.2019 ab 6:00 Uhr geben. Beim Mischguttransport erfolgen mit einem Fuhrpark von ca 90 LKW rund 300 Anfahrten pro Tag (max. 12h am Tag) und das im Zeitraum von 5:30 bis 22:00 Uhr.
60-70% der LKWs fahren über die Kreuzung Innsbrucker Bundesstraße/Kasernenstraße zu, die restlichen Antransporte werden über die Siezenheimerstraße und Flughafenzufahrt 9 geführt. Die Abtransporte werden über die Kröbenfeldstraße und die Innsbrucker Bundesstraße zur Autobahn oder B1 geführt. Grundsätzlich wickelt die Fa. SSK (Salzburger Sand- und Kies) die Gesamtlogistik ab und bedient sich regionaler, österreichischer und auch deutscher Frächter.

Die Hauptzufahrt erfolgt über die A10 und A1 zur Autobahn-Anschlussstelle Flughafen oder Autobahn-Anschlussstelle Wals und dann über die Kasernenstraße oder Innsbrucker Bundesstraße zum Flughafen. Aus Bergheim kommend erfolgt die Abfahrt an der Anschlussstelle Kleßheim und der Siezenheimerstraße via Flughafen Tor 9 zur Baustelle. Die Ausfahrt aller Fahrzeuge erfolgt ausnahmslos über die Kröbenfeldstraße in die Innsbrucker Bundesstraße wieder in Richtung A1 oder B1. In der Siezenheimerstraße wird der Verkehr stadtauswärts verschwenkt und der zusätzliche LKW Verkehr mit einer händischen Verkehrsregelung unterstützt. Die Einfahrt in die Kröbenfeldstraße wird stadteinwärts gesperrt. Neben Österreich ist auch Deutschland betroffen. Mischguttransporte werden aus Saalfelden über das kleine deutsche Eck auf der B21 und der Umfahrung Bad Reichenhall über die A8 über den Walserberg oder direkt über die B21 zu B1 in Richtung Flughafen unterwegs sein.

Das Mischgut kommt aus 5 Anlagen: Firma ASTRA Bergheim STRABAG-PORR, Firma SLA (Salzburger Lieferasphalt) und Firma PAM (Pongauer Asphaltmischwerk)  in Sulzau-Werfen, Firma PORR in Radstadt und Firma A&B (STRABAG) in Saalfelden. Reserveanalgen in Weißbach bei Lofer und Viecht/OÖ sind gesichert. Herasuforderung wird das Wetter sein, denn bei Regenwetter oder nassem Untergrund kann der Haftkleber (Vorspritzmittel) nicht aufgebracht werden und somit nicht asphaltiert werden. Bei Regenbeginn während des Asphaltierens wird versucht durch Absaugen der Oberflächenwasser diese Schicht trocken zu halten. Es finden immer wieder Qualitätskontrollen gemäß einem eigenen Prüfplan statt. Die Befeuerungsbohrungen (Löcher für die Lichter auf der Piste) werden auch als Bohrkerne für die Mischgutuntersuchung verwendet. Unterschied zum herkömmlichen Asphalt:  Deckenmischgut (SMA = Splittmastixasphalt) enthält zusätzlich Kalkhydrat und spezielles Sonderbitumen im Vergleich zu herkömmlichen Autobahnen, damit ist der Asphalt langlebiger und mergelt (Sonneneinstrahlung) nicht aus.

Zeitablauf nach dem 28.04.2019

Das Bau-Team geht in die sprichwörtlich heiße Phase –  die Asphaltierungsarbeiten. Die neue Asphaltpiste wird 4 Schichten erhalten.

  • 1. Schicht: 29.04.–03.05.
  • 2. Schicht: 04.05.–07.05.
  • 3. Schicht: 08.05.–12.05.
  • 4. Schicht: 13.05.–17.05.

Bei der 4. Asphaltschicht - der Deckschicht - erfolgen bereits parallel zu den Asphaltierungsarbeiten die ersten Bohrungen für die künftige moderne LED-Pistenbefeuerung (Beleuchtung, Ober- und Unterflurbefeuerungen, ca. 1000 Stück) und die Sekundär-Verkabelungen (Niederspannung, Stromversorgung für die Pistenbefeuerung).

Die Deckschicht der Asphaltpiste wird vom 16.05-19.05. mittels Wasserhochdruckstrahlen von der obersten (klebrigen) Bitumenschicht befreit (abgewaschen) und für den Lande- und Startvorgang der Flugzeuge griffig gemacht.

Vom 20.05. bis zum 22.05. bekommt die neue Asphaltpiste die vorgeschriebenen Bodenmarkierungen. Daneben werden die Pistenränder und Seitenteile begrünt und der „Feinschliff“ erfolgt.

Zwischen dem 22.05. und 28.05. sind die Restarbeiten zu erwarten, denn der Generalunternehmer muss am 22.05. um 20:00 Uhr seine Arbeit fertiggestellt haben und die ersten Übernahmebegehungen, Tests und Überprüfungen finden statt.

Im Rahmen der Übergabe des „Gewerks“ an den SFG-Betrieb (an alle die mit der Piste in der Zukunft arbeiten müssen: OAD, Elektriker, Instandhaltung, etc.) werden zwischen dem 24.05. und 26.05. auch Schulungen und Einweisungen durchgeführt. Parallel dazu finden im Pistennahbereich Mäharbeiten, eventuelle Mängelbehebungen und Restarbeiten statt.

Für den 27.05. und 28.05. ist die abschließende Behördenverhandlung angesetzt und damit verbunden die Auflösung der „Baustelle PISA 2019“. In Folge wird mit der Wiederherstellung des Sicherheitszustandes (Sicherheitsbereiche, Kontrollen der Bauzonen, etc.) für den geregelten Betrieb die neue Asphaltpiste in Betrieb genommen und für die erste Landung am 29.05.2019 vorbereitet.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Bauzeit  06:00 Uhr und 22:00 Uhr geplant, nur in dieser Zeit dürfen lärmintensive Bauarbeiten durchgeführt werden; während der Nachtstunden erfolgen nur lärmarme Nebenarbeiten
  • Verwendung der alten Betonschicht als Unterbau erspart ca. 4000 LKW Fahrten mit Abbruchmaterial
  • 115.000 Tonnen Asphalt für 4 Asphaltschichten (= ca. 70 Fußballfelder mit einer Asphaltschicht von 10 cm oder eine ca. 50 Kilometer lange Straße mit 10 Metern Breite und 10 cm Asphaltschicht)
  • maximale Tagesleistung Asphalt: 8.000 Tonnen
  • 80 - 100 LKWs sind im Dauereinsatz (Come and Go Verkehr)
  • alle 3 Minuten fährt ein LKW auf die Baustelle (Asphaltierungsarbeiten)
  • ca. 200 - 250 Bauarbeiter im Einsatz
  • 140 km Hochspannungskabel
  • 45 km Niederspannungskabel
  • 1.000 Unter- und Oberflurfeuer modernster LED Technologie
  • 8 Asphaltfertiger parallel im Einsatz
  • 20 Asphaltwalzen verdichten die jeweiligen Asphaltschichten
  • 16 km Elektroverrohrung

Wichtig: Für einen optimalen Ablauf der Ausführungsarbeiten muss jedes Zahnrädchen (Verkehr, Zulieferung, Mischstandorte für den Asphalt, etc.) ineinandergreifen und das Wetter mitspielen. Fällt ein Glied dieser Logistikkette weg hat dies Auswirkungen auf den gesamten Ablauf. Daher haben bei den Planungen der Piste 2019 „Reserven“ einen hohen Stellenwert eingenommen. Egal wie am Ende der angesetzten Sanierungszeit die endgültigen Bauarbeiten fortgeschritten sind (kleine Baustellen sind auch im Normalbetrieb abdeckbar), der erste Flieger wird pünktlich am 29.05.2019 die neue Asphaltpiste des Salzburger Flughafens nutzen können und Passagiere können beruhigt ihre gebuchten An- und Abflüge wahrnehmen. Hier wird es zu keinen Verzögerungen kommen!

Zur Vorgeschichte

Die heutige Piste 15/33 wurde im Mai 1960 betoniert, seitdem sind beinahe 60 Jahre vergangen. Um die jährlich anfallenden Sanierungen, die sehr aufwändig und kostenintensiv sind, zu vermeiden, wurde bereits Anfang 2015 mit intensiven Vorbereitungsarbeiten zur bevorstehenden Generalsanierung der Piste begonnen.

Da die „landseitige“ Baustelle keine betrieblichen Provisorien benötigt, halten sich auch die Sicherheitsaufwendungen in Grenzen. Mit der Totalsperre ist eine höhere Ausführungsqualität und damit verbunden eine höhere Gebrauchsdauer der sanierten Piste zu erwarten. Die gewählte Sanierungsmethode stellt die sicherste Möglichkeit dar, die betroffene Bevölkerung vor lärmintensiven Bautätigkeiten in den Nachtstunden bestmöglich zu schützen.

Wichtig ist, dass bei der Generalsanierung der Piste keine Verschwenkung der aktuellen Pistenausrichtung stattfinden wird und damit verbunden natürlich auch keine Änderung der An- und Abflugrouten (Flugroutenänderungen kann nur die Flugsicherung ACG durchführen)! Auch bei der Länge der sanierten Piste und der Rollwege wird es keine Veränderung zum aktuellen Status geben.

Für genauere Informationen wurde ein „FAQ“ Katalog erarbeitet, in welchem die wichtigsten Fragen beantwortet werden. Hier finden Sie auch Kontaktmöglichkeiten, wenn Sie dennoch eine Information nicht finden sollten.