Heuer feiert der Salzburg Airport W. A. Mozart sein 100-jähriges Bestehen als Verkehrsflughafen. Was 1925/26 auf einem einfachen Exerzierfeld in Maxglan begann – mit einer gewalzten Wiese, einigen Signaltafeln und einer Holzbaracke als „Terminal“ – entwickelte sich zum zweitgrößten Flughafen Österreichs und zu einem wichtigen Motor für Wirtschaft und Tourismus. Am 16. August 1926 landete die erste Linienmaschine auf der Strecke München–Salzburg–Bad Reichenhall und eröffnete damit das Zeitalter des zivilen Luftverkehrs in Salzburg.
Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde der Flugplatz in das Netz der Deutschen Lufthansa eingebunden und militärisch ausgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs diente er als Luftwaffenstützpunkt; gegen Kriegsende waren hier mit der Me 262 die modernsten Strahlenjäger ihrer Zeit stationiert – Vorläufer der späteren Jetluftfahrt. Nach dem Krieg war der Motorflug zunächst verboten. Erst ab 1950 kehrten Linienflüge zurück, der Staatsvertrag von 1955 markierte schließlich den Neustart. Zwischen 1958 und 1960 entstanden eine betonierte Startbahn, ein neues Terminal, ein Tower und weitere Infrastruktur für die Jet-Ära.
Der internationale Tourismusboom der 1960er- und 1970er-Jahre machte Salzburg zum „Tor in die Alpen“. Wintersport- und Städtereisende aus ganz Europa ließen Charter- und Linienverkehr stark wachsen. Zugleich reagierte der Flughafen auf Lärm- und Standortdebatten mit technischen Verbesserungen, angepassten Betriebszeiten und Schallschutzmaßnahmen.
In den 1980er- und 1990er-Jahren etablierte sich Salzburg als bedeutende Skidestination und profilierte sich zugleich als Umweltpionier. Nach dem Eigentümerwechsel 1999 bis 2001 ging der Flughafen vollständig in den Besitz von Land und Stadt Salzburg über. Projekte wie Hangar-7 und amadeus terminal 2 sowie die Ansiedlung von Low-Cost-Carriern prägten das moderne Erscheinungsbild. 2017 wurde Salzburg Eurowings-Basis, 2019 erfolgte die vollständige Erneuerung der Start- und Landebahn.
Heute wächst der Flughafen nach dem pandemiebedingten Einbruch wieder deutlich. Ein dichtes Streckennetz mit Drehkreuzen wie Frankfurt, Istanbul, Dubai, Amsterdam und London sichert Salzburgs internationale Anbindung. Mit Elektrofuhrpark, Photovoltaik und dem Ziel eines CO₂-netto-neutralen Betriebs bis 2040 stellt der Airport die Weichen für eine nachhaltige Zukunft. Bis 2033 soll zudem eine neue Terminalanlage entstehen.
Vom provisorischen Grasfeld zur digitalen, umweltbewussten Verkehrsdrehscheibe: Der Salzburg Airport W. A. Mozart ist seit 100 Jahren Salzburgs Tor zur Welt.