Pressereise auf Erkundungstour in der Ewigen Stadt
Der SkyAlps Flug von Salzburg zum größten Flughafen Italiens, Rom-Leonardo da Vinci, dauerte etwa 100 Minuten. Der etwa 30 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Rom liegende Airport fertigte letztes Jahr über 55 Millionen Passagiere ab. Für ankommende Fluggäste, die nach Rom wollen, bietet sich neben dem Leonardo-Express-Zug (Direktverbindung nach Roma Termini alle 15–30 Minuten, Fahrzeit ca. 32 Minuten) auch der Regionalzug FL1 an (dieser ist günstiger, allerdings nicht NONSTOP, ideal wenn man nicht zum Hauptbahnhof muss). Zusätzlich gibt es bei den Airport-Bussen mehrere Anbieter, die vor allem nach Termini fahren und etwas günstiger als der Leonardo Express sind. Die offiziellen weißen Taxis der „Comune di Roma“ bieten einen Pauschaltarif ins Stadtzentrum an der bei etwa 50 Euro liegt.
Erste Begegnung mit Rom: Spaziergang durch Geschichte
Nach der Fahrt ins Stadtzentrum bezog die Gruppe der Rom-Pressereise die Zimmer im traditionsreichen Priesterkolleg Santa Maria dell’Anima, wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt. Die „Anima“ gilt seit Jahrhunderten als geistige Heimat deutschsprachiger Pilger in Rom und wurde für die Teilnehmer der Pressereise bewusst als Unterkunft gewählt, um Salzburgs Spuren in der Ewigen Stadt sichtbar zu machen.
Der späte Nachmittag gehörte der römischen Altstadt, ein Spaziergang führte die Gruppe zum Palazzo Altemps, einem bekannten Renaissance-Palast in unmittelbarer Nähe der „Anima“. Der Palazzo war einst der Stadtsitz der Grafen von Hohenems, einem einflussreichen Adelsgeschlecht aus dem heutigen Vorarlberg/Tirol, das im 16./17. Jahrhundert eine Schlüsselfunktion zwischen Rom und Salzburg hatte. Ein Onkel der späteren Salzburger Erzbischöfe Wolf Dietrich von Raitenau und Markus Sittikus hatte dort als Kardinal am päpstlichen Hof eine einflussreiche Position inne, ein weiterer Großonkel saß sogar als Papst Pius IV. „auf dem Stuhl Petri“. Über diese römischen Verbindungen hatte die Familie direkten Zugang zu Kurie, Papsthof und den kulturellen Strömungen der Renaissance und des Barock.
Auf dem Weg durch die Straßen und Plätze rund um die Piazza Navona, vorbei an barocken Fassaden, engen Gassen und römischen Palazzi, machte der Spaziergang durch Rom erlebbar, wie sehr Salzburgs Geschichte mit der ewigen Stadt verwoben ist.
Restaurant-Tipp: Abendessen in der Trattoria Lilli (Via di Tor di Nona 23), ein traditionsreiches römisches Restaurant im historischen Zentrum, nur wenige Gehminuten von der Piazza Navona und der Engelsburg entfernt. Bekannt für ihre klassische, authentische, römische Küche und ihre familiäre Atmosphäre.
Kirche, Diplomatie und Medien – Salzburg in Rom
Bei strahlendem Wetter am nächsten Tag schlenderte die Gruppe durch die Arkaden des Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima, zwischen Orangenbäumchen und Kopfsteinpflaster und traf mit Michael Rendi, Österreichs Botschafter in Italien, zusammen. Der erfahrene Diplomat, der in Triest und São Paulo aufgewachsen ist, sprach nicht nur über politische Dossiers – er erzählte von einer ganz persönlichen Verbundenheit mit Italien, die seine Arbeit bis heute prägt. Rendi skizzierte die aktuellen Beziehungen zwischen Wien und Rom und machte deutlich, dass diese Partnerschaft längst nicht nur auf Regierungsebene stattfindet und hob gut erschlossene Verkehrswege als Rückgrat dieser Zusammenarbeit – von Bahnlinien über Autobahnen bis hin zu neuen Flugverbindungen - hervor. Besonders in der direkten Flugverbindung Salzburg–Rom, die erst seit Juni dieses Jahres eingerichtet wurde, sah Rendi mehr als nur eine praktische Route, denn diese schnelle Verbindung öffnet Türen für engere wirtschaftliche Kooperation, intensiveren Tourismus und einen lebendigeren kulturellen Austausch. Der Botschafter hob die Chancen hervor, die sich aus der besseren Erreichbarkeit Salzburgs für Gäste aus Rom und Mittelitalien ergeben – von Konzertbesuchen in der Festspielstadt bis zu spirituellen Reisen in den Salzburger Raum.
Nach einem typisch italienischen Mittagessen setzte die Delegation ihre Erkundungstour nur weiter fort – diesmal in der geistigen Mitte des deutschsprachigen Katholizismus in Rom. Gemeinsam mit Rektor Michael Max, dem Leiter des Päpstlichen Instituts Santa Maria dell’Anima, traf die Gruppe den Leiter des deutschsprachigen Pilgerbüros, Christian Böck. In einem Saal, dessen Wände Geschichten aus Jahrhunderten atmen, erklärte Max, wie die „Anima“ heute als Pilgerkirche, Priesterkolleg und geistige Heimat für deutschsprachige Gläubige wirkt.
Besonders die Salzburger Spuren in der „Anima“ verliehen dem Gespräch eine konkrete Note - Altäre aus Salzburger Marmor, das „Salzburger Engerl“ am Weihwasserbecken, dazu die lange Reihe von Priestern und Bischöfen aus Salzburg, die hier während ihrer Studienzeit gewohnt und gewirkt haben. Es war die Begegnung mit einer Kirche, die nicht nur ein Gebäude, sondern ein lebendiges Geflecht aus Geschichte, Spiritualität und internationalen Beziehungen ist. Christian Böck ergänzte die Perspektive aus Sicht der Pilgerseelsorge, sprach über Rom als Ziel für spirituelle Reisen, über die Rolle der deutschsprachigen Gemeinde und darüber, wie sehr eine verlässliche Erreichbarkeit für Pilgergruppen aus dem Salzburger Raum zählt. Jede neue Verbindung nach Rom - so seine Botschaft - sei auch eine neue Gelegenheit für Menschen, Glauben, Kultur und Geschichte an einem Ort zu erleben, der seit Jahrhunderten Strahlkraft für die Weltkirche hat.
Am Nachmittag wechselte die Pressedelegation von der sakralen Sphäre in die mediale Schaltzentrale des Vatikanstaates, das Dikasterium für die Kommunikation und traf die Vatikanjournalistin Gudrun Sailer, Redakteurin bei Vatican News. Inmitten Studios, Redaktionsräumen und Regieplätzen öffnete Sailer den Blick auf das Medienhaus des Vatikans – von Radio Vatikan über Vatican Media bis zur Internetplattform Vatican News. Sailer zeigte, wie die Aktivitäten des Papstes und der Weltkirche heute multimedial und in zahlreichen Sprachen aufbereitet und verbreitet werden. Das reicht von Live-Übertragungen aus dem Petersdom, Hintergrundberichten zu aktuellen Themen bis hin zu digitalen Formaten für ein weltweites Publikum. Der Vatikan ist längst ein globaler Medienakteur, der mit modernster Technik seine Botschaften bis in die entlegensten Regionen trägt. Zum Schluss schlug Sailer noch einen Bogen zurück zu Österreich. Sie stellte ihr jüngstes Buch „Österreich in Rom“ vor, in dem sie die gemeinsame Geschichte des Österreichischen Kulturforums Rom und des Österreichischen Historischen Instituts erzählt. Anhand von 24 Interviews mit prägenden Persönlichkeiten zeichnet sie nach, wie eng österreichische Kultur, Wissenschaft und Diplomatie in der Ewigen Stadt miteinander verflochten sind. Österreich in Rom – in der Diplomatie, in der Kirche, in der Pilgerseelsorge und in den Medien – als vielschichtige Geschichte, die bis in die Gegenwart hineinwirkt.
Seinen Abschluss fand der informationsreiche Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Old Bear“
Restaurant-Tipp: Beliebtes Restaurant im historischen Zentrum von Rom, nur wenige Schritte von der Piazza Navona entfernt. Das Old Bear liegt in einer ruhigen Seitenstraße und verbindet römische Atmosphäre mit einer Küche, die traditionelle italienische Gerichte modern interpretiert.
Zur Person Michael Max: Katholischer Priester der Erzdiözese Salzburg, seit 2024 Rektor des Päpstliches Institut Santa Maria dell’Anima. In dieser Funktion leitet er das traditionsreiche Institut, das zugleich Priesterkolleg, Pilgerkirche und geistliches Zentrum für deutschsprachige Katholikinnen und Katholiken in Rom ist.
Zur Person Christian Böck: Priester des Bistum Passau, leitet seit September 2023 das Deutschsprachige Pilgerzentrum Rom. Gemeinsam mit seinem Team begleitet er Pilgergruppen aus dem deutschsprachigen Raum, unterstützt sie bei der Organisation ihres Romaufenthalts und bietet geistliche Begleitung sowie praktische Hilfen, etwa für Papstaudienzen und Gottesdienste.
Zur Person Gudrun Sailer: österreichische Journalistin aus Tirol, die seit vielen Jahren Redakteurin bei Vatican News ist und im Dikasterium für Kommunikation sorgt. Als Vatikan-Korrespondentin berichtet sie über den Papst, den Vatikan und das Leben der Weltkirche.
Rückreise über Kärnten: Salzburg und Kärnten ergänzen sich
Der Donnerstagmorgen war für Fotos, individuelle Recherchen und letzte Eindrücke reserviert und so spazierte die Gruppe durch das Viertel Trastevere, wo mit San Francesco a Ripa ein weiterer Ort der franziskanischen Spiritualität an das kommende Heilige Jahr erinnert. Früh am Morgen machte sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg zum Flughafen Rom-Fiumicino, der Rückflug führte – entsprechend der saisonalen Linienführung von SkyAlps – nach Klagenfurt. Von dort ging es mit einem organisierten Bustransfer zurück nach Salzburg, wo die Reise am späten Vormittag endete. Die Reise „auf den Spuren Salzburgs in Rom“ hat deutlich gemacht, dass die neue Direktverbindung Salzburg–Rom weit mehr ist als eine zusätzliche Linie im Flugplan ist, sie schlägt eine zeitgemäße Brücke über eine historisch gewachsene Verbindung. Rom, das Herz der katholischen Kirche und kulturelle Metropole, rückt für Pilger, Kulturreisende und Journalistinnen und Journalisten aus dem Salzburger Raum noch näher. Gleichzeitig wurde vor Ort sichtbar, warum Salzburg seit Jahrhunderten als „Rom des Nordens“ bezeichnet wird - durch seine barocke Prägung, seine kirchliche Tradition und die engen historischen Beziehungen zu Rom. Die neue Flugverbindung bietet nicht nur komfortable Reisezeiten für verlängerte Wochenenden, sondern öffnet auch neue Horizonte für Geschichten, Recherchen und Projekte rund um „Das Rom des Nordens im Salzburg des Südens“.