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Land: Spanien / Andalusien
Flughafen: Jerez La Parra (XRY)
Sprache: Spanisch
Einwohner: Jerez rund 195.000
Währung: 1 Euro = 100 cent
Zeitdifferenz zu MEZ/MESZ: keine
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Jerez de la Frontera in Kürze Jerez de la Frontera ist eine Stadt in der spanischen Region Andalusien nahe der Costa de la Luz und gehört zur Provinz Cádiz. Der Namenszusatz "de la Frontera" (an der Grenze) hinter vielen Orten weist die Region um Jerez als lange umkämpftes Gebiet zwischen Mauren und Christen aus. Sie ist die Heimatstadt des berühmten Sherry, der auf spanisch "(vino) Jerez" heißt. Das in anderen Sprachen geläufige Wort "Sherry" stammt von der alten Aussprache des Namens der Stadt Xerez, die sich aus der arabischen Bezeichnung der Stadt, "Sherish", ableitete. Als die Engländer den Likörwein aus Jerez kennen lernten, war noch der alte Lautstand erhalten, aus dem sie das Wort "Sherry" ableiteten, was sich bis heute erhalten hat.
Land und Leute Die Provinz Cádiz ist eine der acht Provinzen im Südwesten der autonomen Region Andalusien in Südspanien. Die Hauptstadt ist Cádiz. Sie grenzt an die Provinzen Huelva, Sevilla und Málaga, an die britische Kolonie Gibraltar sowie an das Mittelmeer und an den Atlantischen Ozean. Die Strände haben bei einer Küstenlänge von etwa 260 km eine Gesamtlänge von 138 km; der Sand ist fein und hell, das Wasser ist klar. In der Provinz Cádiz liegen neben ihrer Hauptstadt u.a. noch die Städte Algodonales, Jerez de la Frontera, Algeciras, San Fernando, Puerto Real, Chiclana de la Frontera, El Puerto de Santa María, Conil de la Frontera, und Arcos de la Frontera. Von den Phöniziern mit dem Namen Xera gegründet war der Ort im Mittelalter Schauplatz von Grenzstreitigkeiten (Frontera ist das spanische Wort für Grenze), denn er befand sich am Rande des maurischen Königreichs Granada. Als die Katholischen Könige die Ortschaft eroberten, war sie bereits für ihre exzellenten Weine bekannt. Im Mittelalter hat auch die Züchtung einer eigenen Pferderasse ihren Ursprung, der Cartujana, deren Namen zu Ehren des Kartäuserklosters Santa María de la Defensión gewählt wurde. Dessen Mönche kreierten und züchteten diese Rasse über Jahrhunderte hinweg bis die Pferdezucht nach der Säkularisierung unter Mendizábal schließlich an die regionalen Viehzüchter überging.
Sehenswertes Die maurische Vergangenheit von Jerez de la Frontera ist noch an den Stadtmauern, der Festung Alcázar und der Moschee zu spüren. Letztere ist heute die Kapelle Santa María la Real. Ihr Ursprung zur Zeit der Almohade-Dynastie (12. Jahrhundert) lässt sich an den achteckigen Türmen erkennen. Der Alcázar verfügt neben anderen Räumen über Badesäle mit Gewölbedecken mit Oberlichtern. Der barocke Turm des Baudenkmals Palacio de Villavicencio verfügt über eine Camara Oscura, von der aus sich die ganze Stadt überblicken lässt. Gleich in der Nähe befindet sich das wichtigste christliche Symbol der Stadt, die Kathedrale. Diese ehemalige Pfarrkirche San Salvador wurde an der Stelle einer Moschee errichtet und verbindet barocke mit klassizistischen Elementen. Der Turm hat Mudéjar-Einflüsse. Im Inneren der Kirche kann man Werke des Malers Zurbarán betrachten. Auf der anderen Seite des Alcázars liegen die Kirche San Miguel und die gleichnamige Plaza, ein schöner Platz mit Orangenbäumen. Die Kirche ist eine Stilmischung aus Gotik, Renaissance sowie Barock und verfügt über einen bemerkenswerten Hauptaltar. Neben der Plaza del Arenal sind auch das Cabildo Municipal y Ayuntamiento (Rathaus), die Mudéjar-Kirche San Dionisio (der Heilige ist Stadtpatron) und das Kloster San Francisco, das einen Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert hat, sehenswert. Der älteste Teil dieser Stadt, der von den alten Mauern umgeben ist, verfügt über wertvolle Beispiele sakraler und profaner Architektur, etwa die Kirchen San Mateo und San Lucas und die Paläste Riquelme und Permantín. Diese alte Residenz des lokalen Adels beherbergt heutzutage das Centro Andaluz de Flamenco (Andalusisches Flamencozentrum). Ein guter Ort also, um anhand von audiovisuellen Einrichtungen, Spezialbibliothek und Schallarchiv mehr über diese Kunst zu erfahren, in der Jerez ein Meister ist. In geringer Entfernung liegt das Santiago-Stadtviertel, das Viertel von Jerez mit der bedeutendsten Flamenco-Tradition. In seinen weiß getünchten Häusern gibt es eine Vielzahl von Flamenco-Gruppen und Laienbruderschaften, deren Mitglieder die Heiligenbildnisse in der Basilika Nuestra Señora de la Merced (der Stadtpatronin) und der Santiago-Kirche verehren. Letztere verfügt über einen gotischen Grundriss mit Renaissance- und Barockelementen und beherbergt das Bildnis des Cristo del Prendimiento, das auch "Prendi" genannt und bei der Prozession am Mittwoch der Karwoche begleitet von vielen Saetas (gesungene Stoßgebete) durch die Stadt getragen wird. An den wichtigsten Geschäftsstraßen von Jerez erheben sich das Kloster Santo Domingo (mit Mudéjar-Verzierung und Kreuzgewölbe im als Ausstellungsraum genutzten Kreuzgang) und der barocke Domeq-Palast.
Sport & Fun Von 1986 bis 1990, 1994 und 1997 fanden auf dem Circuito de Jerez Formel-1-Rennen statt, heute ist der Kurs eine sehr beliebte Teststrecke. Der Große Preis von Spanien der Motorrad-WM, der jährlich auf der Piste stattfindet, lockt regelmäßig mehr als 200.000 Zuschauer an. Auch die Zucht der Pferderasse Cartujana ist eng mit der Entwicklung dieser andalusischen Stadt verwoben. Hier findet die Feria del Caballo statt, ein als international touristisch wertvoll eingestuftes Fest, bei dem Pferde und Reiter zweifellos die Hauptrolle spielen. Während der Festtage werden Pferdeumzüge und Reitwettbewerbe vom Gesang, dem Tanz und den Spezialitäten der Festzeltküchen begleitet. Die Pferdetradition lässt sich auch an Einrichtungen wie dem Cartuja-Gestüt, dem Heeresgestüt und dem Zentrum für Pferdereproduktion ablesen. Im Recreo de las Cadenas, einem Werk des französischen Architekten Garnier und Sitz der Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre (Königlichen Andalusischen Reitschule), kann man der Dressurschau “Cómo Bailan los Caballos Andaluces” (Wie tanzen die andalusischen Pferde) beiwohnen.
Essen & Trinken Die Küche von Jerez zeichnet sich in ihren typischsten Rezepten durch die Verwendung der vielen verschiedenen Weine aus. Sowohl Fleischgerichte als auch Fisch und Meeresfrüchte werden à la Jerez zubereitet, was darauf hinweist, dass die Zutat Sherry (in ihren Arten Fino, Amontillado, Oloroso oder Pedro Ximénez) enthalten ist. Der Tomatensuppe, dem Gazpacho (kalte Gemüsesuppe) und dem Menudo con Garbanzos (Kuttel-Kichererbsen-Gericht) folgen als Dessert Torrijas (gebratenes Brot in Wein) und Tocinos de Cielo (Süßspeise aus Eigelb). Dabei müssen Essig, Weine und Brandy die D.O. (Herkunftsbezeichnung) Jerez tragen. Eine andere Möglichkeit, die Kultur von Jerez kennen zu lernen, ist der Besuch einer der zahlreichen Bodegas, in denen die Weine mit der D.O. (Herkunftsbezeichnung) Jerez-Xérès-Sherry und Manzanilla-Sanlúcar de Barrameda hergestellt werden. Hier kann man etwas über die traditionellen und derzeitigen Herstellungsmethoden erfahren und verschieden Sherry-Arten probieren. Bemerkenswert ist auch die eigenwillige Architektur dieser Weintempel: da gibt es von Gustave Eiffel gestaltete Bodegas ("La Concha" von González Byass), Bauten mit über 4000 Hufeisenbögen (Gran Bodega de Domeq) oder die "Bodega del Tío Pepe", die zum Historischen Denkmal Andalusiens erklärt wurde, weil sie die moderne Bewegung "Docomomo" repräsentiert. Ebenfalls interessant ist ein Besuch im Museo de Etiquetas del Siglo XIX (Museum für Etiketten des 19. Jahrhunderts).
Tipps In Jerez befindet sich die weltbekannte Königlich-Andalusische Reitschule. Jährlich findet Ende Februar/Anfang März das renommierte Flamenco-Festival (Festival de Jerez) statt. Mitte Mai folgt ein Reiter- und Pferdefestival (Feria del caballo). Im September findet ein Festival statt, die Herbstfeste (Fiestas de otoño).
Einreisebestimmungen Die aktuellen Reiseinformationen und Einreisebestimmungen für Österreichische Staatsbürger finden Sie unter http://www.bmaa.gv.at/
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