
Zum dritten Mal innerhalb von 10 Wochen kamen Eigentümervertreter, Vertreter des Flughafen-Managements und Vertreter der Anrainerschaft zu konstruktiven Dialog-Gesprächen am Flughafen Salzburg zusammen.
Flughafen und Anrainer verhandeln weiterhin gemeinsam und miteinander im Interesse aller
Bereits zum dritten Mal innerhalb von 10 Wochen kamen Eigentümervertreter und Aufsichtsratsvorsitzender LH-Stv. Dr. Othmar Raus und Flughafen-Geschäftsführer Direktor Dipl.-Ing. Günther Auer mit den Prokuristen Ing. Roland Hermann und Dipl.-Ing. Rudolf Lipold und Vertretern der Anrainerschaft aus der Stadt Salzburg, Wals-Siezenheim, Bergheim und Freilassing – unter ihnen "ASA"-Obfrau Dr. Astrid Rössler und ihr Vorstand sowie der Freilassinger Vizebürgermeister Gottfried Schacherbauer mit Delegation und der Vertreter Bergheims, Dipl.-Ing. Peter Huber - zusammen. Mit dabei waren auch Vertreter des Magistrats der Stadt Salzburg und der Flugsicherheitsbehörde Austro Control GmbH sowie Landesumweltanwalt Dr. Wolfgang Wiener.
1. Betriebszeiten – strikte Einhaltung - Kommunikation der Ausnahmen
Das Flughafen-Management hat sich strikt an die Vorgaben der 1. und 2. Verhandlungsrunde vom 12. März bzw. 30. April gehalten - insbesondere was die Einhaltung der Betriebszeiten von 06.00 – 23.00 Uhr betrifft. Seit dem 3. Februar 2007 hat es keine Überschreitung der Betriebszeiten mehr gegeben - ausgenommen waren zwei genehmigte Ambulanzflüge. Bis dahin wurden lediglich sieben, vom Flughafen Salzburg nicht verschuldete, Verspätungen aufgrund z. B. technischer Probleme von Airlines gezählt. Insgesamt gab es heuer bis dato rund 15.000 Flugbewegungen – Starts und Landungen - am Flughafen Salzburg.
Überein gekommen ist man, dass begründete Verspätungen für Flugbewegungen nach 23.00 Uhr so rasch wie möglich an die Anrainer in Form eines standardisierten Berichts kommuniziert werden. Im Einzelfall – z. B. bei einem zeitig angemeldeten Ambulanzflug oder bei verspäteten Landungen von hier stationierten Flugzeugen – sogar schon vorab. Grundsätzlich wiederholte das Flughafen-Management aber sein Bekenntnis zur strikten Einhaltung der geltenden Betriebszeiten.
Wichtig: Das Flughafen-Management will prüfen, lautere Flugzeuge ab kommender Wintersaison an Wochenenden nur mehr zwischen 07.00 und 20.00 Uhr (letzter Start) bzw. 21.00 Uhr (letzte Landung) zu planen, was eine wesentliche Entlastung für die Samstage im Winter bringen soll.
Auf Wunsch der "ASA, der Stadt Freilassing und des Fluglärmschutzverbandes Rupertiwinkel wird vom Flughafen-Management außerdem geprüft, ob es möglich ist, die Betriebszeiten an Sonntagen generell ab 07.00 Uhr zu planen.
2. An- und Abflugrouten – Verbesserungen für den Norden
Bei den An- und Abflugrouten verfolgt der Flughafen weiterhin den Schwerpunkt der Lärmminderung. Gemeinsam mit Bergheims Vertreter Dipl.-Ing. Peter Huber wurde beim Bundesministerium für Infrastruktur und Verkehr eine Umprogrammierung für einen Teil der An- und Abflugsysteme bei den Airlines vorgeschlagen. Ziel ist es, die An- und Abflugrouten noch besser und exakter zu fliegen und die Anrainer zu entlasten. Stichwort: Begradigung der zu fliegenden "S"-Kurve in nördlicher Richtung entlastet die Gemeinden nördlich der Stadt und Freilassings.
Außerdem wurde vom Flughafen Salzburg der Antrag bei der Austro Control gestellt, den Überflug von unbesiedeltem Gebiet über Saalach und Salzach genehmigen zu lassen. Zudem läuft ein Prüfantrag, ob die Airlines im Sichtanflug links von Freilassing – und damit weg vom besiedelten Gebiet – fliegen dürfen.
In Richtung Süden ist die Erweiterung der Kontrollzone für An- und Abflüge im Verordnungsweg bereits vorangeschritten, was auch für den Süden entlastend wirken würde, weil die Flugzeuge den Flughafen höher und mit kürzerem Radius anfliegen könnten.
Alle Maßnahmen bringen, wenn sie von der Austro Control genehmigt werden, eine Verbesserung der Situation für die Stadt Salzburg, die Gemeinden im Norden der Stadt und Freilassing. Mit einer Entscheidung über diese Prüfanträge rechnet der Flughafen im Herbst 2007.
3. Ausbildungs- und Schulungsflüge – Konsens über Vorschläge
Das Flughafen-Management wiederholte seine Vorschläge von Runde 02 vom 30. April. Ziel ist eine weitere Beschränkung der Ausbildungsflüge und eine bessere Einhaltung der vorgegebenen Routen.
Konkret ist man übereingekommen, dass Hubschrauber-Ausbildungsflüge an Samstagen nur mehr von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr (jetzt bis 17.00 Uhr) durchgeführt werden können. Damit Nacht-Sichtflüge gemäß Bundesgesetz und Ausbildungsvorschriften durchgeführt werden können, sollen Hubschrauber- Ausbildungsflüge an Wochentagen montags bis freitags bis 20 Uhr - eingeschränkt auf 1. Oktober bis 1. März ("Winterflugzeit") - stattfinden.
Außerdem: Platzrundenverkehr mit Flächen-Luftfahrzeugen erst ab 07.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Weiters: Flächen-Luftfahrzeug-Ausbildungsflüge nur mehr mit den leisest möglichen Luftfahrzeugen. Und: Flächen-Luftfahrzeuge und Hubschrauber sollen ihre Platzrunde im Flughafenbereich höher als bisher fliegen und damit weniger Lärm verursachen. Dafür errichtet der Flughafen ein zweites „Fluglehrer-Häuschen" an der Piste.
An Sonn- und Feiertagen gilt schon jetzt ein generelles Ausbildungsverbot für alle Luftfahrzeuge.
4. Lärmmessungen – 6. Station 29.04.2007 online
Die Mess-Daten des neuen Standorts "Leopoldskron-Moos" sind seit heute, 17 Uhr, auf www.stadt-salzburg.at online. Der Standort der neuen Messstation unweit des Sternhofwegs wurde von den Experten des Magistrats der Stadt Salzburg schalltechnisch geprüft und ist ein wichtiger Lückenschluss der bereits bestehenden 5 Lärmmessstationen rund um den Flughafen Salzburg. Die Vertreter/innen der „ASA" nahmen die neue Station mit Wohlwollen zur Kenntnis.
5. Weitere Vorgangsweise
Die nächste Verhandlungsrunde ist im Herbst, voraussichtlich im Oktober 2007, geplant. Ziel ist es, eine gemeinsame Tagesordnung im Vorfeld zu erstellen.
Fazit
Fazit für die ASA: "Ein gutes Paket für Sofort-Maßnahmen, das an der raschen Umsetzung zu messen ist. Wichtige Punkte kommen noch auf uns zu. Über weitere Themen wird bei der nächsten Zusammenkunft beraten", erklärte "ASA"-Obfrau Dr. Astrid Rössler.
"Unser gemeinsames Ziel ist es, so wenig wie möglich Reibungspunkte zu haben", sagte Aufsichtsratsvorsitzender LHStv. Dr. Othmar Raus abschließend und dankte für das konstruktive Dialogklima.