
wobei man die nicht minder wichtige und anspruchsvolle Aufgabe der im Falle von Salzburg im 3. Stockwerk des Verwaltungsgebäudes befindlichen Anflugkontrollstelle meist vernachlässigt.
Dies geschieht in erster Linie aufgrund der markanten baulichen Erscheinung, die jeder Kontrollturm auf einem Flughafen bietet, ja viele Menschen betrachten den Turm sogar als eine Art Wahrzeichen des Flughafens.
Im Tower
Die Fluglotsen, die auf der Spitze des Kontrollturms in der verglasten Kanzel ihren Dienst versehen, haben die Aufgabe, den gesamten Luftverkehr, der sich im Nahbereich des Flughafens in der sogenannten Kontrollzone am Himmel befindet, vor Zusammenstößen zu bewahren und für einen geordneten und flüssigen Ablauf in der Reihenfolge der startenden und landenden Flugzeuge zu sorgen.
Die Kontrolle dieses sogenannten "Flugplatzverkehrs" wird größtenteils durch direkten Sichtkontakt zu den zu überwachenden Flugzeugen gewährleistet. Zur Unterstützung, vor allem aber zum Zwecke der Verkehrsplanung, ist auch ein Radarschirm vorhanden. Weiters wird vom Tower auch der Verkehr von sämtlichen rollenden Flugzeugen und Fahrzeugen auf den Rollwegen und auf der Piste gelenkt und zueinander koordiniert. Dies setzt grundsätzlich direkten Sichtkontakt voraus, einer der Hauptgründe warum dieser Arbeitsplatz so hoch auf der Spitze des Turmes zu finden ist, da hier die bestmögliche Übersicht gegeben ist.
Die Anflugkontrollstelle
Nicht nur die räumliche Situierung dieser Flugverkehrskontrollstelle ist unterschiedlich, auch ihr Aufgabenbereich ist anders: Augenscheinlich ist, dass die Fluglotsen, die im neuen "Approach-Raum" arbeiten, nicht auf den direkten Sichtkontakt zu den Luftfahrzeugen in ihrem Verantwortungsbereich angewiesen sind. Obwohl sie gleich wie ihre Kollegen auf dem Tower für einen reibungslosen Ablauf des Luftverkehrs in ihrem Luftraum sorgen müssen, verwenden sie zur Bewältigung dieser Aufgabe größtenteils nur die Informationen, die ihnen von der Radaranlage geboten werden.
Der Einsatz dieser hochtechnischen Anlage erlaubt unter anderem eine größere Dimensionierung des zu kontrollierenden Luftraums. Im Falle von Salzburg umfasst diese sogenannte "Radar-Area" neben der größeren Umgebung der Landeshauptstadt auch Teile von Bayern östlich der Stadt Traunstein, den Großteil des Innviertels und den nordwestlichen Teil des Salzkammerguts. Nach Süden reicht dieses Gebiet in einem schmalen Korridor bis zum Alpenhauptkamm. Nach "oben" wird dieser Luftraum durch eine Flughöhe, nämlich 12.500 Fuß (ca. 4.000m) begrenzt.
Abfliegende Flugzeuge werden, solange sie sich in diesem beschriebenen Luftraum befinden, von den Fluglotsen zu den für ihren weiteren Flugweg relevanten Flugrouten bzw. Luftstraßen geführt.